Manifestations passés

Human Centered Design als Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsgarant

Software Ergonomics

25.02.2016 18.30 - 25.02.2016 20.00
ETHZ, ML F 40
Sonneggstrasse 3 - 8092 Zürich

Raimund Erdmann, Erdmann Design AG

Jan Stifter, Medivation AG

Unbedingte Verlässlichkeit und Bedienungssicherheit selbst komplexester medizintechnischer Instrumente und Geräte gehören im modernen Gesundheitswesen zu den entscheidenden Kriterien für erfolgreiche Therapien und Patientensicherheit. In der Produktentwicklung spielt daher die Risikominimierung einen so hohen Stellenwert, dass Medizintechnikunternehmen auf die Kompetenz eines Human Centered Designer kaum mehr verzichten können.

Medizintechnische Produkte müssen gleichzeitig den regulatorischen Anforderungen der Gebrauchstauglichkeit als auch den Ansprüchen des Corporate Design gerecht werden. Da medizinische Geräte eine so zentrale Rolle in der Patienten-Sicherheit einnehmen, sollte ihre verlässliche und intuitive Bedienung schon zu Beginn jeder Designphase eine Hauptrolle spielen. Festgehalten werden die Bedingungen für eine einwandfreie Usability von medizinischen Geräten durch den Standard EN 62366.

Usability systematisch messen und bewerten

Etablierte Medizintechnik-Hersteller schenken dem Themenkreis Bedienungssicherheit bei Neuentwicklungen und Upgrades bestehender Produkte systematisch ihre Aufmerksamkeit. Sie bedienen sich strukturierter Methoden wie dem Human Centered Design, mit dessen Hilfe die Gebrauchstauglichkeit medizinischer Produkte empirisch gemessen und bewerten werden kann. Der durch HCD entstehende Aufwand wertet jedes Produkt direkt auf und steht in keinem Verhältnis zu einem durch Produktefehler entstehenden Schaden und den dadurch verursachten Kosten.

Einfache Bedienung senkt Risiken und Kosten

Die Normgerechte Softwareentwicklung ist nicht nur wichtig, da die Zahl komplexer Medizintechnik-Geräte ständig zunimmt; durch die Möglichkeiten der Telemedizin, werden immer öfter auch Patienten zu den eigentlichen Anwendern von Medizintechnik. Eine klar verständliche, wenn immer möglich sogar intuitive Bedienung medizinischer Geräte wird deshalb immer wichtiger.

Usability als Wettbewerbsvorteil

Durch Human Centered Design wird die Sicherheit der Patienten verbessert, denn intuitive Benutzeroberflächen verringern die Gefahr von Fehlmanipulationen. Für Hersteller führt die optimale Usability ihrer Geräte zu tieferen Instruktionskosten, und die nachweisbare Zeitersparniss für das medizinische Personal stellt einen eigentlichen Wettbewerbsvorteil dar. Hohe Sicherheits- und Usability-Standards erleichtern zudem die Zertifizierung von Innovationen gegenüber den Zulassungs- und Aufsichtsbehörde.

An Projektbeispielen werden in der Präsentation navigierte Medizinprojekte für den Operationssaal vorgetragen und anschliessend diskutiert.

Anschliessend wie immer Znacht in Jimmy's Pizzeria!

Orateur:

Raimund Erdmann

Raimund Erdmann studierte Industrial Design an der Hochschule für Gestaltung Zürich. In den 90er-Jahren schloss er ein Studium der Design- und Kulturgeschichte Japans zur buddhistischen Tempelarchitektur in Kyoto ab. 1987 gründete er Erdmann Design AG als Designagentur für technische Innovation, Corporate und Industrial Design. Sowie Gründung des Industrial Design Institut/Designsammlung am Museum für Gestaltung in Zürich. Erste Entwicklungsprojekte waren die Erste-Hilfe-Geräte für die Schweizer Rettungsflugwacht und das Internationale Rote Kreuz. Aus der 38jährigen Designgeschichte mit 50 internationalen Auszeichnungen vermittelt Raimund Erdmann heute Designmethoden an der Universität Bern im Master Fachdidaktik und lehrt Human Centered Design in der Medizintechnik an der Bern FH. Als Designexperte wurde er an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland zu Human Centered Design Projekten eingeladen: University of Washington in Seattle, Syracuse University, University Virginia in Blacksburg, University Stanford, Kalifornien.
Im Rahmen von KTI Forschungsprojekten arbeitete er mit der ETH Zürich an 3D-Modelling und Produktionssystemen, mit der Fachhochschule Nordwestschweiz an medizinischen Navigationssystemen, mit der Fachhochschule Winterthur an medizinische Simulationssysteme.
www.erdmann.ch

 

Jan Stifter

Okt 1995 - Okt 1998: Ingenieur-Studium HTL Brugg Fachrichtung Informatik
Nov 1998 – Dez 2009: Div. Entwicklungs-Aufgaben in der Medtech / Orthopädie, zuletzt
Director Navigation bei Smith & Nephew Orthopedics AG im Bereich Orthopädische Navigation
Okt 2006 – Okt 2008: Executive MBA, Private Hochschule Wirtschaft, Zürich, Schwerpunkt International Management & Entrepreneurship
Jan 2010 – heute: Medivation AG: CEO & Founder. Seit 2010 ISO 13485 zertifiziert, seit 2015 Inverkehrbringer (Legal Manufacturer)
2013 – 2015: Founder Point Targeting AG (Im Januar 2015 an weltgrössten Sportmedizinhersteller auslizenziert)
Seit 2013: Kommissionsmitglied KTI Life Science Team
www.medivation.ch

Prix: freier Eintritt
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