Vergangene Veranstaltungen

Wie können wir Schülerinnen und Schülern die Skills des 21. Jahrhunderts vermitteln und was für eine Rolle spielt dabei die User Experience?

Software Ergonomics

27.08.2015 18.30 - 27.08.2015 20.00
ETHZ, ML F 40
Sonneggstrasse 3 - 8092 Zürich

Dorit Assaf, Ph.D., engineering education researcher, PH FHNW

Bildung, Innovation und Forschung sind wichtige Pfeiler einer erfolgreichen Wirtschaft. Die Arbeitswelt fordert vermehrt anderes Wissen und Fähigkeiten, sowie eine andere Arbeitseinstellung und Charaktereigenschaften als noch vor zwanzig Jahren. Schülerinnen und Schüler werden in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt, viele bewährte Jobs werden „aussterben“. Die Schulen sind gefordert den Lernenden die nötigen Skills zu vermitteln, um in einer komplexen, kompetitiven, wissens- und technologiebasierten Informationsgesellschaft erfolgreich bestehen zu können. So wird es vermehrt nicht mehr verlangt Wissen einfach abrufen zu können, sondern die Kompetenz zu besitzen, sich die nötigen Informationen zu beschaffen, zu interpretieren und daraus das benötigte Know-How zu generieren. Kritisches und logisches Denken, Problemlösen, Analysieren, Interpretieren, gute Vorstellungskraft, Kreativität, Recherchieren, Neugier, Teamwork, Selbständigkeit, Ausdrucksfähigkeit, Anpassungsfähigkeit sind nur einige dieser wichtigen Skills. Zudem kommt ein fundiertes Informatik- und Technikverständnis, da die IT aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken ist. 

Dies ist alles leichter gesagt als getan. Wie fördern wir diese so dringend benötigten Skills des 21. Jahrhunderts in einem Schulsystem des vorhergehenden Jahrhunderts? Wie müssen wir den Unterrichtstil anpassen, Lernziele definieren, geeignete Lehrmittel entwickeln, um auf die Lernenden von heute eingehen zu können? Sie auf ihre zukünftige Welt vorzubereiten nicht auf unsere vergangene?

In diesem Vortrag zeige ich Beispiele aus meiner Forschungstätigkeit im Bereich des engineering education der letzten Jahre. Dabei beschäftigte ich mich damit, geeignete technische Tools zu entwickeln, die es Lernenden ermöglichen, ihre Ideen auf intuitive und benutzerfreundliche Art zu verwirklichen. Dabei spielt die User Experience des Bausatzes, sei es Hardware oder Software, eine zentrale Rolle. So kann Kreativität mit ganz einfachen Mitteln gefördert werden. Ebenso spreche ich über den state-of-the-art in der Forschung bezüglich visueller Programmiertools für den Unterricht. 

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Maker Bewegung, welche als nächste industrielle Revolution bezeichnet wird. Open-hardware Projekte wie Arduino mit ihrer verbesserten User Experience hat es Laien ermöglicht, high-tech Objekte zu bauen, was bis vor kurzem nur Fachleuten vorenthalten war. Dies hat auch Implikationen für die Bildung. Ich zeige auf, wie Benutzerfreundlichkeit eine der wichtigsten Faktoren ist, die nicht nur den Konsum von Technologieprodukten antreibt, sondern uns auch die Möglichkeit gibt, Innovation zu demokratisieren und unsere Bildung zu reformieren.

 

Anschliessend wie immer Znacht in Jimmy's Pizzeria!

Referenten:

Dorit Assaf hat während ihrer Doktorarbeit am Artificial Intelligence Laboratory der Universität Zürich Roboterbausätze entwickelt, welche sie mit Schülern, Studenten, Lehrern, sowie mit (un)freiwilligen Freunden und Verwandten testete. Während des Postdocs am Center for Engineering Education and Outreach der Tufts University in Boston entwickelte sie weitere technische Lehrmittel bestehend aus Hardware und Software. Sie war unglaublich inspiriert von der Dynamik und Innovationskraft dieses Forschungsgebiets in den USA. Seit kurzem ist sie zurück in der Schweiz, wo sie an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz in der informatischen Bildung tätig ist. Nebenbei engagiert sie sich noch im FabLab Winti, eine öffentliche Werkstatt für digitale Fabrikation. 

Dorit's Forschungsinteresse gilt die geeigneten Tools und Aktivitäten zu finden, um kreatives Denken, Innovation, und Problemlösungs-skills im technischen Bereich zu fördern. Der Fokus liegt dabei auf open-ended Lernumgebungen und Konstruktivismus. Mit den Tools, die sie entwickelt, unterstützt sie die Bildung, die maker community, sowie die Entwicklung von open-source Hardware und Software.

Kosten: freier Eintritt
Zurück zur Liste